VIRTUELLE AUTOBIOGRAFIE

"Meine Mutter brachte am 28.März 1960 ein Ewillingspaar zur Welt,

Eric und Emmanuel.

Den Astrologen zufolge, die sie befragt hatte, war der eine dazu bestimmt, Schriftsteller zu werden; der abdere Musiker.  Unglücklicherweise verstarb eines der beiden Kinder einige Tage später auf dem dem Weg von der Entbindungsklinik nacht Hause, er erstickte unter den Decken.  Welcher der beiden, hat man nie herausgefunden...

Deswegen wurde der Ûberlebende Eric-Emmaneul getauft.  Und er war sich seiner eigentlichen bestimmung nie sicher.  Noch heute fragt er sich.  Musik, Literatur... Hat er sich geirrt ?  Hat er sich Schicksal und Bestimmung des abderen aufgeladen ? "

Natürlich ist diese Geschichte falsch.  Sie macht aber eine Wahrheit  deutlich : Der Schriftseller, der ich geworden bin, lebt mit der Nostalgie des Musikers, den ich hinter mir gelassen habe.

Wenn ich auch - sehr selten - einen Tag verbringen kann, ohne zu schreiben oder zu lesen, kann ich keinen Tag enden lassen, ohne Musik zu hören. "Hören", was bedeutet, mich zu leeren, mich frei zu machen auch von mir, um mich einnehmen lassen zu können.  Mit der Musik unterhalte ich ein beständiges Gespräch.  Sie ist die Kunst, die ich über alle Künste stelle.  Sie suche ich unter meinen Sätzen, ihr schenke ich meine Sätze mit der Gelegenheit eines Liedes oder einer Oper oder ich erfinde Bücher, damit man sie besser hört.,

                                                                                                                  Eric-Emmanuel Schmitt

Eric-Emmanuel Schmitt