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Variations Enigmatiques

 100 Collector cd's verfügbar. Zu bestellen bei  gisele.gemayel@bureau-antigone.beKomponist : Sir Edward ElgarVerlaghaus : Les Editions Scipion n°9801Zeichen: Enigma Variations, Scottish National Orchestra, unter der Leitung von Sir Alexander GibsonRomanze opus 62 – Klavier: Eric-Emmanuel Schmitt – Violoncello: Henri DemarquetteEnigmathema - Klavier: Eric-Emmanuel SchmittSalut d’Amour. Chanson de nuit und chanson du matin - Klavier: Eric-Emmanuel Schmitt – Violine: Jean-Pierre AudoliEnigma Nimrod - Klavier: Eric-Emmanuel Schmitt

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In diesem Stück geht es um ein seltsames Werk, die Enigma Variations. Die Engländer lieben dieses sinfonische Stück über alles und sehen in dem Werk seines Komponisten, Edward Elgar, die Erneuerung der englischen Musik zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts.Edward Elgar wird 1857 in Worcester geboren, wo sein Vater, ein Klavierstimmer, einen kleinen Musikalienladen hat. Aus Familientradition lernt er Violine, Klavier und Orgel.Gewiß auch aus Familientradition schenkt man seinen Begabungen als Komponist kaum Beachtung, obwohl sie sich bereits im Alter von zehn Jahren zeigen und so beginnt der junge Edward sein Berufsleben als Notariatsgehilfe.Er begnügt sich damit, ein Sonntagsmusiker zu sein: er leitet die Blaskapelle des Irrenhauses; er lernt für sich allein, aus Büchern, als Autodidakt, den Kontrapunkt und Instrumentation; er schreibt Musik für Amateurformationen und schmiedet von Zeit zu Zeit Verse, leichte Stücke, Lieder für wohlbeleibte und vermögende Damen und Tanztees. Glücklicherweise trifft er Alice Robert, die Tochter eines Generals der britischen Indienarmee. Sie ist neun Jahre älter als er und er gibt ihr Stunden für Musikbegleitung. Mit der Zeit kommen sie sich näher. Sie lieben sich. Sie heiraten. Alice glaubt an ihn, überzeugt sich selbst und ihn davon, daß er das Zeug zu einem großen Komponisten hat.Mit vierzig beginngt Edward Elgar eine Reihe Meisterwerke zu schreiben, die Enigma Variations, The dream of Gerontius, das Concerto für Violoncello... Er wird zum großen offiziel anerkannten Komponisten unter Edward VII. Er schreibt Oratorien, Kammermusik, sinfonische Stücke und Gelegenheitswerke wie die berühmten Militärmärsche Pomp and circumstance. In den Adelsstand erhoben, fungiert Sir Edward Elgar als master of King's Music. Doch als seine Frau 1920 stirbt wird er sich davon nicht mehr erholen. Er fühlt sich seitdem 'unbehaglich', 'unnütz' und schreibt bis zu seinem Tode 1934 kein neues Stück mehr.Die Enigma Variations, ein Werk, das ihn weltweit bekannt machen wird, enthält zweierlei Rätsel. Zunächst einmal ist es ein Schlüsselwerk: jede der 14 Variationen verweist auf einen Freund von Elgar, einen Freund den er, ohne zu nennen, musikalisch beschreibt. Mit der Zeit ' Elgar feiert immer größere Erfolge ' enthüllt er schließlich die Identität jedes seiner realen Vorbilder, so daß wir seitdem die verschlüsselten Porträts seiner Frau, seines Verlegers usw. erkennen können.Dagegen hat Elgar ein anderes, geheimnisvolles Rätsel, das tiefer reicht, nie aufgedeckt. Es handelt sich um das wahre Thema des Werkes. Nach Elgar 'liegt den gesamten Variationen ein weiteres, wichtigeres Thema zugrunde, das aber nie angespielt wird.' Das Scheinthema, das anfangs erklingt, wäre demnach der Kontrapunkt einer überaus bekannten Melodie, die als solche nie gespielt wird, die aber dem gesamten Stück ihren Stempel aufdrückt. Seit 1900 versuchen Musikwissenschaftler und Musiker, das Rätsel zu lösen. 1953 wurde in den Vereinigten Staaten sogar ein Wettbewerb von der Saturday Review veranstaltet, um des Pudels Kern zu ergründen. Vor kurzem behauptete ein holländischer Musikwissenschaftler, Théo Van Houten, das Geheimnis gelüftet zu haben: das 'größere Thema', das Elgar als Kontrapunkt benutzt hat, wäre demnach die Melodie von 'Rule Britannia'. Elgar, der Wortspiele liebte, hatte nämlich erklärt, daß 'das Hauptthema nie erscheint' und Van Houten zeigt, daß die Noten der Hymne, mit denen 'nie, nie' gesungen wird, die ersten vier Noten des Themas sind. Doch so gescheit diese Lösung auch daherkommen mag, auch sie bezieht sich nicht eigentlich auf das Problem, das Elgar aufgestellt hat, und ähnelt den übrigen brillanten, aber unzutreffenden Hypothesen.Die Wahrheit bleibt weiterhin verborgen und regt in ihrer Unergründlichkeit die Gemüter an. Elgar hat sie mit in sein Grab genommen. Wir sind also zu bloßen Vermutungen verdammt. Doch, im Grunde, was soll's? Dem Werk tut das keinen Abbruch, im Gegenteil, die Musik strömt eine schwerlastende Stille aus. Es ist eben so, wie eine der Figuren des Stückes sagt: 'was an diesem Mysterium so schön ist, das ist das Geheimnis, das es enthält, nicht die Wahrheit, die es verbirgt.'  Eric-Emmanuel Schmitt